Matthias Bitzer
DC Open_Friday 08.09., 6-10 pm; Saturday 09.09., 12-8 pm; Sunday 10.09., 12-6 pm
Düsseldorf, 08.09.2017 - 04.11.2017
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Pressemitteilung
Matthias Bitzers (DE 1975) Collagen, Malerei, Skulpturen und Zeichungen eröffnen den Blick auf "versteckte" Räume innerhalb eines Raums und dadurch auf die Koxistenz unterschiedlichster Wahrheiten und Identitäten. Durch die komplexen Verbindungen von historischen Persönlichkeiten, Bezügen zur Moderne und Zeitgeschichte sowie autobiografischen Elementen hebt Matthias Bitzer die konkrete Erforschung des Raums und darin verborgener Wirklichkeiten auf eine Meta-Ebene. Während bei seinen kunsthistorischen Vorläufern wie László Moholy-Nagy oder Oskar Schlemmer neue Sichtweisen auf Zeit und Raum ausschließlich auf formaler Ebene statt fanden, übersetzen Bitzers Rauminstallationen Bedeutung in abstrakte narrative Codes und machen die Fragilität der „einen“ Wahrheit sichtbar.

Die aktuelle Ausstellung "Fei’s Sphären" ist von Christian Morgensterns Gedicht "Korfs Verzauberung" inspiriert. Das Gedicht handelt von der Zauberin Fei, die aus "Schaum Raumsphären bläst". Eine davon trägt den Protagonisten Korf an einen neuen Ort, der gleichzeitig sein „eigener“ Ort ist. Innerhalb dieser paradoxen Situation kollabieren innerer und äußerer Raum ineinander. Diese aufgelöste Trennung zwischen Innen und Außen, dem "Ich" und dem "Anderen" ist der konzeptuelle Fokus von Matthias Bitzers "Fei’s Sphären". Der Galerieraum wird durch eine präzise Installation von Gemälden, Skulpturen, Fotografien und ortspezifischen Eingriffen in eine "Passage" durch verschiedene Perspektiven auf Raum, Zeit und Identität verwandelt. Bitzers Portraits beziehen sich dabei nicht mehr auf eine bestimmte Persönlichkeit wie in früheren Serien, sondern auf die Vorstellung einer Maske hinter deren Oberfläche sich eine Vielzahl von Persönlichkeiten verbergen kann. Dabei geht es um die unlösbare Verbindung sozialer Erwartungen und der eigenen Identität, die je nach Situation zu unterschiedlichen Rollenspielen führen. Das im eigenen Studio fotografisch inszenierte Selbstportrait ist dabei augenzwinkernder Ausgangspunkt.
Bitzers Multi-Part Arbeiten bestehend aus Malerei, Objekten und skulpturalen Elementen treiben die Verschachtelung von Raum im Raum, Erzählung in Erzählung, die zwischen Wach- und Traumzustand tänzelnd zu neuen Blick- und Erkenntnisperspektiven führt, auf die Spitze. Bei "Untitled (curve)" scheint sich die Wand nach vorne zu wölben, ein rechtwinklig gesetzter Rahmen spiegelt in dessen Oberfläche realen und konstruierten Raum, während durch eine "Spalte" in mitten der abstrakten Aneinanderreihung der Blick eines Portraits fällt. In den 1960er Jahren war diese Strategie von Serialität bereits Kern der Konzept Kunst und bezieht sich auf die Wahrnehmungsform des Lesens. Während dort aber das Spannungsverhältnis von Wort und Bild im Zentrum stand, übersetzt Matthias Bitzer die Sukzession von Lesen mit rein visuellen Mitteln als Code in seine Arbeiten und den Raum. Dabei konstruiert Bitzer einen paradoxen Raum zwischen realer und fiktionaler Körperlichkeit in dem sich der Betrachter bewegt. Die Filigranität seiner Stahlskulpturen lässt sie als räumliche Zeichnungen "erscheinen", die sich je individuellem Standpunkt ändern und den Raum neu definieren. Matthias Bitzers Collagen gehören zu den persönlichsten Arbeiten innerhalb seines Werks. Sie bestehen aus autobiografischen Notizen, Zeichnungen, bemalten Papieren, Fotografien und Texten. Als "Amalgam" verbinden sie alle konzeptuellen Perspektiven, die für Matthias Bitzer wichtig sind. Sie entführen in eine non-lineare Konzeption von Zeit, an einen Ort wo sich die unsichtbaren Wandlungen von Identität hinter der sichtbaren Oberfläche abspielen, die scheinbar immer dieselbe ist.

Matthias Bitzers Arbeiten sind in internationalen Museumssammlungen vertreten wie dem LACMA Los Angeles, Städtische Galerie Karlsruhe, Marta Herford Museum oder der Kunstsammlung Gera. Viel beachtete institutionelle Einzelausstellungen waren zu sehen im K21 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen (2015-16), Kunstverein Hechingen (2016), Kunstverein Hannover (2010) oder der Städtischen Galerie Nordhorn (2007). Im Juni 2016 veröffentlichte DISTANZ Matthias Bitzers Katalog.














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