Ane Mette Hol
Winterpause_Winter Holidays 18.12.2013 - 11.1.2014 // Eröffnung_Opening Mathilde Rosier 17.1.2014
Düsseldorf, 08.11.2013 - 14.12.2013
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Pressemitteilung
Ane Mette Hol (NO 1979) zeichnet. In der Kunstgeschichte wird die Zeichnung als die Gattung der unmittelbaren Übertragung eines Bildkonzepts auf das Papier angesehen, noch bevor überhaupt eine Malerei, Skulptur oder Architektur entsteht. Es handelt sich sozusagen um den Übergang der immateriellen Idee des Künstlers in eine materielle Dingwelt zum Betrachten. Ane Mette Hols Zeichnungen scheinen im ersten Moment nun aber bereits Bestehendes zu reproduzieren und spiegeln in diesem Sinne die von der Künstlerin gesehenen Objekte zurück auf das Papier. Zeichnung bleibt bei Ane Mette Hol nicht auf zweidimensionale Grafik begrenzt, sondern erstreckt sich von dort über ihre Objekte und Animationen in den Raum. Die Illusion der scheinbar greifbaren Gegenständlichkeit kulminiert in ihren Motiven, die selbst dem Kunstkontext entnommen sind. Manche Arbeiten scheinen achtlos im Raum liegen gelassene, mit Farbflecken bespritze Maleruntergründe, Packpapierrollen oder Zeichnungsrollen mit Paket-Etiketten zu sein. Tatsächlich ist die Oberfläche von allen diesen Objekten illusionistisch bezeichnet, samt ihrer Makel und Unebenheiten. Ebenso die vermeintlichen Fotokopien gängiger Literatur der Kunsttheorie oder gleich ganze Buchumschläge wie E.H. Gombrichs „Art and Illusion“.

Auf den ersten Blick entsteht der Eindruck lediglich die Reproduktion eines Objekts zu sehen, es handelt sich jedoch um die Reflektion des subjektiven Blicks der Künstlerin, der mittels ihrer gezeichneten Objekte zur physischen Realität wird. Ane Mette Hols Ausstellung in unserer Galerie in Düsseldorf handelt vom „Leer-Raum“ dazwischen. Dieser „Leer-Raum“ ist kann der Moment kurz vor der Fertigstellung einer Ausstellung oder Kunstwerks sein, oder es kann sich um die scheinbar unnützen Überbleibsel eines voran gegangenen künstlerischen Werkprozesses handeln. Diese subtilen Übergänge zeigen sich in ihrer Zeichnung eines Skizzenbuchs mit all seinen Gebrauchsspuren oder den beiden Arbeiten „Untitled (An Incomplete Set of Copies)“ and „Untitled (A Complete Set of Copies)“. Hier scheinen leere Papierseiten die von hell bis dunkelgrau reichenden Spuren eines mechanischen-chemischen Kopiervorgangs zu zeigen, der von Ane Mette Hol allerdings vollständig „gezeichnet“ ist. Die Installation „After the Dust Settles #2“ und die in den Ecken stehenden vermeintlichen Verpackungen von Leuchtröhren für den Ausstellungsraum erweitern diese Aneignung von immaterieller konzeptueller Leere in den realen Raum. „After the Dust Settles #2“ scheint aus einem Packet von 500 Blatt Papier zu bestehen. Spuren von weißem Staub verweisen allerdings auf den voran gegangenen Zeichnungsprozess in dessen Verlauf jedes Einzelne dieser 500 Papierblätter mit weißer Pastellkreide auf dem Boden bezeichnet wurde. Das Konzept der vergangenen Handlung wird präsent und zum eigentlich Objekt „materialisiert“.


BIOGRAFISCHE NOTIZ
Einzelausstellung: 2013 Kadel Willborn, Düsseldorf, DE; 2012 Art Statement I Art Basel, CH; 2010 Künstlerhaus Bethanien, Berlin, DE; 2009 Schürmann, Berlin, DE Gruppenausstellung: 2012 „Ab in die Ecke!“, Städtische Galerie Delmenhorst, Delmenhorst, DE„Prism“, Museum of Contemporary Art, Oslo, NO; 2011 „Zeichnung ?“, Kunstverein Nürnberg, DE; Institutional Collections: Statoil Art Collection, NO; The National Museum of Art, Architecture and Design, Oslo, NO; Sørlandet Art Museum, Kristiansand, NO














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